Was Lagree von Pilates oder HIIT unterscheidet
Lagree wird oft mit Pilates verwechselt, weil man an einem Gerät trainiert, das einem Reformer ähnelt. Der Unterschied liegt im Tempo. Bei Pilates arbeitest du mit Flow und Kontrolle, bei HIIT mit Explosivität und Pausen. Lagree liegt irgendwo dazwischen und hat seine eigene Philosophie: Alle Bewegungen führst du in vier Zählern auf und vier Zählern ab durch, ohne Ruhepausen, fünfzig Minuten lang.
Das klingt einfach, aber deine Muskeln stehen unter konstanter Spannung. Keine Moment zum Ausruhen, kein Moment um mit deinem Schwung zu arbeiten. Deshalb fühlt sich ein fünfzig Minuten Lagree-Workout an, als hättest du zwei Stunden im Fitnessstudio verbracht. Und genau das ist der Grund, warum die Methode bei Menschen so beliebt ist, die schnell sichtbare Ergebnisse wollen, ohne ihre Gelenke zu belasten.
Der Megaformer ist das Gerät, auf dem du das tust. Eine erweiterte Version eines Reformers mit mehr Federn, mehr Griffen und einem längeren Wagen. Im Folgenden zeige ich dir die Grundübungen und später schauen wir, wie du jede Bewegung auf die nächste Stufe bringst.
Die sechs Grundübungen, die du wirklich beherrschen musst
Plank. Nicht einfach eine Plank, sondern eine Plank auf dem beweglichen Wagen. Füße auf der Plattform, Hände am Rahmen, und du hältst den Wagen still, während dein ganzer Core arbeitet, um zu verhindern, dass er weggleitet. Beginne mit dreißig Sekunden Halten, drei Sätze. Klingt einfach, ist es aber nicht.
Bear. Auf Händen und Knien, Knie knapp über dem Wagen. Du schiebst den Wagen langsam weg mit deinen Füßen und ziehst ihn zurück, ohne dass dein Rücken durchhängt. Zehn Wiederholungen auf vier Zähler rauf, vier Zähler runter, und deine Glutes brennen.
Lunge. Ein Fuß auf der Plattform, der andere auf dem Wagen. Du gleitest dein hinteres Bein langsam nach hinten und wieder zurück. Die tiefe Kontrolle, die dabei erforderlich ist, ist der Grund, warum viele Menschen nach ein paar Wochen Lagree sagen, dass ihre Beine stärker sind als je zuvor.
French Twist. Beide Füße auf dem Wagen, Hände am Rahmen. Du gleitest den Wagen diagonal weg und wieder zurück. Deine schrägen Bauchmuskeln und Hüften arbeiten auf eine Weise zusammen, die du in einem Fitnessstudio kaum trainieren kannst.
Crunch auf dem Wagen. Auf deinem Rücken auf dem Wagen, Füße am Rahmen. Du machst einen Crunch, während du den Wagen mit deinem Core kontrollierst. Du fühlst jede Schicht deiner Bauchmuskeln einzeln arbeiten.
Wheelbarrow. Hände am Rahmen, Füße in den Riemen. Du hievst dich in eine Art fortgeschrittene Plankenposition und machst langsame Beinkreise oder Beinheben. Für deine Schultern, deinen Core und deinen Grip ist dies eine der vollständigsten Übungen, die du machen kannst.
Tempo und Zeit unter Spannung: Der echte Schlüssel
Du kannst all diese sechs Übungen auch schnell machen. Dann sind sie nicht mehr effektiv. Lagree funktioniert, weil du deine Muskeln mindestens vier Zähler pro Richtung unter Spannung hältst. Das sorgt dafür, dass deine langsamen Muskelfasern angesprochen werden, die Fasern, die deinen Körper straffer machen, ohne dass du dicker wirst.
Die Faustregel: Wenn du das Gefühl hast, dass eine Übung zu einfach wird, machst du nicht mehr Wiederholungen. Du gehst stattdessen langsamer. Acht Zähler rauf, acht Zähler runter. Versuche mal, einen Bear auf acht Zähler zu machen. Nach fünf Wiederholungen fragst du dich, warum du hier um alles in der Welt angefangen hast. Das ist genau die Absicht.
Progression: So baust du jede Übung weiter aus
Wenn sich die Grundlagen komfortabel anfühlen, gibt es drei Möglichkeiten, jede Bewegung schwerer zu machen. Erstens: Verlängere dein Tempo. Von vier Zählern auf sechs, von sechs auf acht. Zweitens: Gehe einbeinig oder einarmig. Eine Lunge auf einem Bein, eine Plank auf einem Arm, ein Bear, bei dem du ein Bein in der Luft hältst. Sofort merkst du, dass dein Core viel harder arbeiten muss, um dich im Gleichgewicht zu halten.
Drittens: Passe die Federspannung an. Mehr Federn darin machen einige Übungen schwerer, andere leichter. Eine Plank wird schwerer mit weniger Federn, weil der Wagen instabiler wird. Ein Bear wird schwerer mit mehr Federn, weil du harder schieben musst. Lerne für jede Übung, in welche Richtung du gehen musst, um zusätzliche Herausforderung zu bekommen.
Kombinationen sind der nächste Schritt. Statt nur einen Crunch zu machen, machst du einen Crunch mit Twist. Statt einer Lunge eine Lunge mit Armzug. Je mehr du deine Arme, Beine und Core in einer Bewegung kombinierst, desto mehr muss dein ganzer Körper mitmachen. Das ist es, was einen Lagree-Körper so charakteristisch macht.
Wie oft und was bekommst du zurück
Zwei bis drei Sitzungen pro Woche sind genug. Lagree ist intensiv und deine Muskeln brauchen Erholungszeit. Wechsle dich ab mit einem Spaziergang, einer leichten Mobilitätssitzung oder klassischem Reformer-Arbeit. Nach vier Wochen siehst du einen Unterschied in deiner Körperhaltung. Nach acht Wochen spürst du, dass dein Core dich den ganzen Tag über anders unterstützt. Nach drei Monaten hörst du oft von Kunden, dass ihre chronischen Rückenschmerzen abnehmen oder verschwinden.
Was Lagree nicht tut, ist dich unbedingt abnehmen zu lassen. Es ist ein Krafttraining, kein Cardio. Aber die konstante Zeit unter Spannung sorgt dafür, dass dein Stoffwechsel einen großen Schub bekommt, also indirekt hilft es bei Fettabbau, besonders in Kombination mit guter Ernährung.
Für wen ist Lagree geeignet
Eigentlich für fast jeden. Die Methode hat wenig Auswirkungen, also bleiben deine Gelenke geschützt. Sie ist gleich wirksam für Zwanzigjährige, die fit werden möchten, wie für Sechzigjährige, die ihr Gleichgewicht und ihre Kraft bewahren möchten. Aber es erfordert Disziplin. Niemandem gefällt die erste fünf Minuten einer Lagree-Stunde. Der Körper möchte sich in seinem natürlichen Tempo bewegen, und dieses Tempo ist schneller als das, was Lagree verlangt.
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